223 Discussing Race

Discussing Race

Während der Faschismus an der Macht in den USA eine bis dato nicht für möglich gehaltene machtpolitische Volte nach der anderen dreht, ereilen einen hierzulande bei der Beschäftigung mit ähnlich gelagerten oppositionellen Diskursen nicht selten Déjavus.

Wurde das nicht alles schon einmal diskutiert? Müssten man und frau und alle anderen nicht inhaltlich bereits deutlich weiter sein? Sollten nicht bestimmte Denkmuster längst überwunden, rückwärtsgewandte Argumentationsstränge sich nicht längst erledigt haben?

Was sind die richtigen Analysen und Strategien zur Bekämpfung des institutionellen Rassismus vor dem Hintergrund der unterschiedlichen gesellschaftlichen Situationen und Bedingungen in den Vereinigten Staaten und in Westeuropa?

Unter dem Eindruck der anhaltenden Eskalation des rassistischen Terrors und fortgesetzter Anti-Antifa-Aktionen in den USA, getragen von Teilen der Legislative, Judikative und Exekutive in Kollaboration mit faschistischen Milizen, steht parallel in Deutschland die Frage auf der Tagesordnung, wie der hiesige institutionelle Rassismus funktioniert und wie man ihm entgegentreten kann.

Die heutige Sendung basiert auf Beiträgen zur Debatte über Critical Whiteness-Theoreme und linke Bewegungspolitik

Musikalisch begleitet wird die Sendung von Goat Girl, Bonsai Kitten, Dykemann Family, Jack Lewis & Jeffrey Lewis und Orville Peck.

222 Kommando Spezialkräfte

Wir schreiben das Jahr 1996. Die britische Boygroup „Take That“ gibt ihre Trennung bekannt. Die Nachricht bringt tausende Fans in einem Ausmaß aus dem Gleichgewicht, so dass in mehreren Ländern (auch in Deutschland) aufgrund der völligen Überlastung von Notfall-Telefonen gesonderte Seelsorge-Hotlines eingerichtet werden müssen, um mit der bis hin zu Suizidgedanken reichenden Verzweiflung der Jugendlichen angemessen umgehen zu können.

Im selben Jahr wird das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) aufgestellt. Die Folgen werden ähnlich unmittelbar deutlich, auch wenn sie anfangs auf deutlich weniger Interesse stoßen.

Tatsächlich sind rechtsextreme Umtriebe beim KSK keine neue Erscheinung, die es erst seit 2017 in Reihen der bisher streng abgeschotteten Truppe gegeben hätte. Das zeigt eine Chronik von Vorfällen seit der Aufstellung des KSK im September 1996.

221 Die Geschichte der Stechuhr

IBM Stechuhr

im Angesicht der noch andauernden Pandemie und den gleichzeitigen Versuchen, einen gewissen Grad an gesellschaftlicher Normalität zu erhalten, ist die Sphäre der Arbeitswelt eine zentrale. Das Thema Home-Office beispielsweise wird unter vielen Gesichtspunkten diskutiert.

Während bei den einen eine Flucht vor den arbeitsplatzbezogenen Infektionsrisiken nicht möglich ist, werden bei anderen bereits Büroflächenreduzierungen vorgenommen und sie ermutigt, sich auch nach einem etwaigen Ende des Gesundheitsausnahmezustands von Zuhause aus an der Mehrwertproduktion zu beteiligen.

Die Arbeitszeit und ihre Erfassung rücken dabei wieder in den Vordergrund der Debatte. Unterschiedliche Ansätze, wie denn der moderne Kapitalismus unter Effizienzgesichtspunkten zu organisieren sei, stehen sich gegenüber oder greifen ineinander.

In dieser Sendung beschäftigen wir uns mit der Genese der Zeiterfassung am Beispiel der Stechuhr. 

Unterstützt werden wir von The Streets, Sault, Dua Saleh, Park Hye Jin, Public Practice, Run the Jewels und den Sleaford Mods.

220 Rassistische Polizeigewalt

Hören Sie heute aus leider seit viel zu vielen Jahren aktuellem Anlass ein Stunde zum Thema „Rassismus und Polizei“. Unter anderem mit KRS-One, Lynton Kwesi Johnson, Sarathy Korwar, Solange, Bob Marley, A Tribe Called Quest, Kamasi Washington, KOP Berlin, Copwatch-Hamburg und Death In Custody. Danke fürs Zuhören.

219 Recht auf Wohnen

Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow hat 1943 eine Bedürfnispyramide entwickelt. Die wichtigsten Bedürfnisse des Menschen siedelte er ganz unten an, wo die Pyramide am breitesten ist. Dort befinden sich die physiologischen Bedürfnisse. Dazu gehören Faktoren wie Wärme und Ruhe. Beides erhält der Mensch unter anderem durch das, was wir gemeinhin als Wohnung, Wohnraum oder Obdach bezeichnen.

Die Geschmäcker, wie das Ganze beschaffen sein soll, mögen unterschiedlich sein – ob Zelt oder Hütte, gemauertes Gebäude oder Schneehaus. Schon aus witterungstechnischen Gründen – und weil das Obdach das Außen vorübergehend abschirmt und somit Ruhe gewährt – scheinen die Menschen diese Dinge fast so dringend zu brauchen wie Essen und Trinken. Wohnen als Grundbedürfnis.

Die gesellschaftliche Realität sieht bei uns anders aus, das Wohnen wird wie eine Ware
be- und gehandelt.

Musikalisch befeuern diese Debatte: Ghostpoet, Reverend and the Makers, Algiers, The Last Shadow Puppets, Yves Tumor, The Murder City Devils und Sorry.

Quellen zum Nachlesen:

218 Kalkül & Kollektiv. Zur Metapolitik (neu-)rechter Identitätskonzepte.

Kalkül & Kollektiv. Vortrag aus dem Kongress Stolz & Vorurteil im Dezember 2019Das rechte Denken will krisenhafte Gesellschaften bzw. das, was es dafür hält, autoritär stabilisieren und Privilegien gegen ihre Infragestellung verteidigen. Das konservative Denken sieht die Welt aus der Perspektive der Ordnung und die Sphäre der Politik aus der Perspektive der Macht. Soziale Konflikte werden nicht durch die Kraft des besseren Arguments entschieden, sondern durch stärkere Waffen und die schärfere Taktik. Die moderne Gesellschaft wird als kontingent und sozial gestaltbar begriffen. Rechte Identitätspolitik ist eine metapolitische Konsequenz aus dieser Perspektive.

In unregelmäßigem Abstand stellen wir einige der auf unserem Kongress „Stolz & Vorurteil – zu Identitätskonzepten und deren Fragwürdigkeit“ verhandelten Themen vor und zeichnen einige der dort geführten Diskussionen nach…

Musik: F-Minus, Minor Threat, Artificial Peace, Bikini Kill, Reagan Youth, Blood Red Shoes, Napalm Death

217 Das emanzipatorische Potenzial des Universalismus

„Stolz & Vorurteil“ unter diesem Titel haben wir Ende des vorangegangen Jahres einen Kongres zu Identitätskonzepten und deren Fragwürdigkeit veranstaltet. In unregelmäßigem Abstand wollen wir einige der auf diesem Kongress verhandelten Themen vorstellen und die entstandenen Diskussionen nachzeichnen.

Eröffnet hat den Kongress Dr. Imke Leicht, Politikwissenschaftlerin aus Erlangen, die sich mit dem emanzipatorischen Potential des Universalismus beschäftigt: Alle, die sich das vollständige Video zu diesem Kongresspanel anschauen wollen, werden hier fündig: https://www.youtube.com/watch?v=-VDUVStGYFw

Als Ausgangspunkt meines Vortrags habe ich mir die Fragestellungen dieser Tagung vorgenommen. Diese ist zum einen: „Kann es einen emanzipatorischen Bezug auf Identitätskonstrukte geben?“ Zum anderen: „Inwieweit sind Kollektive als Klientelgruppen doch unverzichtbar für gesellschaftliche Aushandlungsprozesse und notwendige Wirkmächtigkeit?

Diesen Fragen nähere ich mich aus einer universalistischen, menschenrechtlichen Perspektive. Denn ich denke, dass der Universalismus und die Menschenrechte Antworten auf das Ziel der Emanzipation und auf Probleme von Identitätspolitiken geben. Vor diesem Hintergrund formuliere ich die Fragen der Tagung für meine Ausführungen ein wenig um, um zwar:

  • Kann es einen emanzipatorischen Bezug auf einen Universalismus und auf Menschenrechte geben?
  • Inwiefern sind universelle Normen unverzichtbar für gesellschaftliche Aushandlungsprozesse und politische Handlungsfähigkeit?

216 Linkes Buch- und Verlagswesen

Am 28. September 2019 feierte das Hamburger Buchladen-Kollektiv „Buchhandlung im Schanzenviertel“ sein 40jähriges Bestehen.
Die Redaktion 17grad war dabei, hat mitgefeiert, gegessen, getrunken und getanzt. Und sich dann irgendwann gefragt, was denn an diesem Buchladen – außer dass die Feier in der Roten Flora stattfand – überhaupt noch links ist.
Was ist das überhaupt: eine linke Buchhandlung? Und wie steht es um die linken Verlage?
Das Gespräch zwischen Torsten vom Buchladen Osterstraße, Katharina vom Verlag Edition Nautilus und Thomas von der Buchhandlung im Schanzenviertel zu Betriebsstrukturen, Arbeitsalltag, Kompromissen und roten Linien bringt vielleicht Licht ins Dunkel.

215 Eike Geisel

Eike GeiselEike Geisel war, bis er 1997 verstarb, ein wichtiger gesellschaftspolitischer Stichwortgeber, der viele Themen bereits in den achtziger und neunziger Jahren des vorigen Jahrtausends besprochen hat, die uns auch heute noch umtreiben.
Insbesondere seine Auseinandersetzungen mit linkem Antisemitismus waren, das kann man ohne Übertreibung sagen, immens wichtig. Der Edition Tiamat und dem Verleger Klaus Bittermann ist es zu verdanken, dass Geisels Ausführungen, Essays und Kommentare neu aufgelegt und damit zugänglich sind. In dem im abgelaufenen Jahr publizierten Buch „Die Gleichschaltung der Erinnerung“ wurden eine Reihe seiner Veröffentlichungen wiederbelebt.
Folgen Sie uns und Eike Geisel in den kommenden 60 Minuten in einem Potpourie der Polemik gegen die damals und heute herrschenden Zustände in Deutschland.
Musikalisch melden sich zu Wort: Ashnikko, Shygirl, Lady Lykez, Jhawk Productions & Chippy Nonstop

214 Rechtsextremismus in der DDR

„Die Deutsche Demokratische Republik hat getreu den Interessen des deutschen Volkes und der internationalen Verpflichtung aller Deutschen auf ihrem Gebiet den deutschen Militarismus und Nazismus ausgerottet […].“ So stand es in der Verfassung der DDR. Doch die Realität des real existierenden Sozialismus war anders.
Hören Sie heute einen Auszug aus dem „Handbuch Deutscher Rechtsextremismus“ und Musik von AG Geige.