207 Ultimo und Toftau

Photo by Judeus Samson on UnsplashEin Hörspiel zu Piraterie und Identitätsschablonen…

„… Hier wird vielmehr das Fernglas umgedreht um den Blickwinkel zu erweitern und den Kontext jenseits des gewählten Ausschnittes offen zulegen …“

„… Vielleicht ist der Autor viel gewitzter als wir alle dachten. Nehmen wir an, Wolfram Lotz will gerade dadurch schockieren, dass er nicht schockiert. Nehmen wir an, ihm ist bewußt, dass sein Publikum über schockierende Beschreibungen von internationalem Elend (Somalia, Mittelmeer, …) nicht mehr zu einer Reaktion zu bewegen ist.

Nehmen wir außerdem an, dass gleiche gilt für das Aufbrechen von Identitätskonstrukten und das Benennen von Rassismus …“

Musikalisch begleitet von: The Comet Is Coming, Sons Of Kemet, LBT, Jazzrausch Bigband

206 Antifeminismus

„Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es“. Simone de Beau­voir schrieb diesen Satz vor mehr als 70 Jahren. Die aktuell wieder zuneh­menden Anfein­dungen des Femi­nismus, der Gender Studies sowie die Diffa­mie­rung von Gleich­stel­lungs­po­li­tiken oder LGBTQ-Anliegen zeigen aller­dings: Beau­voirs These ist heute so brisant wie damals.
(https://geschichtedergegenwart.ch/gender-feminismus-der-rechtsnationale-ekel-vor-gleichmacherei; 2.4.2019)

Soweit, so schlecht. In der heutigen Sendung geht es in verschiedenen Texten um
Antigenderisten, starke Frauen, die Rettung der deutschen Sprache und Alphamännchen.

Matteo Modica

205 Autismus als Metapher

Zu Lieblingsfiguren der Kulturindustrie haben sich in den letzten Jahren Autistinnen und Autisten entwickelt. Nicht mit dem Ziel in Form der Darstellungen realer oder realistischer Krankheitsbilder und -biographien über Autismus aufzuklären, sondern primär als gesellschaftspolitische Metapher.

Was macht die Autismus-Metaphern so reizvoll? Und was heißt das für die vom Syndrom Betroffenen?

Ein Radio-Feature mit Musik von: Blay Ambolley, Etta James, The Specials, Diane Birch & The Phenomenal Handclap Band, Barbara Lynn, Betty Harris, Ruby Velle & The Soulphonics.

203 Waldorfschulen

Eurythmie Aufführung in der SchuleWo kommt eigentlich der derzeitige politische und sonstige Irrsinn her?

Bei unseren nimmermüden Versuchen, diesen Irrsinn zu fassen, ihn einzuordnen und ihm schlussendlich entgegenzutreten, gibt es ein Feld, das wir bisher vielleicht nicht übersehen, aber doch nicht konsequent beleuchtet haben.

Es geht um die Sphäre der Bildung, der Pädagogik, des Lernens.

In einer losen Sendereihung wollen wir uns den damit verbundenen Themen widmen, pädagogische Konzepte vor und auf den Prüfstand stellen und die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Lern- und Lehrwelten untersuchen.

Beginnen wollen wir diesen Zyklus heute mit einer Sendung zur Steinerschen Waldorfpädagogik, die überraschender Weise immer noch eine nicht unerhebliche Rolle in bestimmten gesellschaftlichen Milieus spielt.

Der Journalist Stefan Laurin hat in den letzten Jahren immer wieder über die zugrunde liegende Anthroposophie geschrieben und unter anderem in der Wochenzeitung jungle world veröffentlicht. Zwei seiner Texte sind Grundlage der heutigen Sendung.

Die Musik wird dargeboten von: Harmonic 313, The Bug, Jlin, Liquid Stranger, TNGHT, Azealia Banks, N.B Funky.

Wer mehr über den Autor der heutigen Sendung wissen will, klicke www.ruhrbarone.de

202 Die große 17grad-Gala-Revue

 

Am 11. Juli 2001 wurde auf dem freien Radiosender „Freies Sender Kombinat“ in Hamburg die erste Sendung der Redaktion 17grad ausgestrahlt.
In der heutigen Gala-Revue präsentieren Ihnen Ernst „Ernesto“ Schockmüller mit Hilfe der trefflichen Maren Gilzer und ihrem Glücksrad Auszüge aus 207 Monaten 17grad. Als Gäste im Studio dürfen wir begrüßen: Matze Dornier, Katja Holgersohn, Sascha Castorff, Karo Graf, Jan-Achmed Özgür, Manu Zander, Manne Preditor, Rolf B. Steuben und Willi den Taxifahrer sowie den Großen Spacko.
Viel Vergnügen!!

201 Freistaat

Deutschland FahneEs wird momentan viel und weltmeisterlich erinnert in Deutschland. Auch in Bayern. Auch in München. Der Ministerpräsident übernimmt rätedemokratische Motti und kokettiert mit dem Bild des anarchischen Bayern – nicht anarchistisch wohlgemerkt. Auf der Münchner Theresienwiese ist das Herzkasperl-Festzelt vom weltweit größten Massenbesäufnis, dem Oktoberfest, stehen geblieben und soll an den Jahrestag der Bayerischen Revolution erinnern.

Wir dagegen machen einen Streifzug durch die Straßen Münchens und begleiten Josef Hofmiller, seinerzeit Gymnasiallehrer am Luisengymnasium, Schriftsteller und Verfasser des „Revolutionstagebuch 1918/19 aus den Tagen der Münchner Revolution“. Dabei treffen wir unter anderem auf Ricarda Huch, Annette Kolb, Erich Toller und Gustav Landauer.

Um es mit Karl Valentin zu sagen: „Drum werfen Sie jetzt Ihren Blick a hundert Jahrl weiter zrück!“

200 Novemberrevolution

In Bayern feiern sie heuer 200 Jahre Verfassung. Etwas ungenau zwar, war es doch die Verfassung des Königreichs Bayern, welche 1818 vom damaligen Max dem Ersten Joseph erlassen wurde. Nächstes Jahr feiern sie dann wohl 100 Jahr Bamberger Verfassung. Und 2046 dann 100 Jahre Landesverfassung. Etzeterah p.p.
Was sie in Bayern nicht wirklich feiern, sind 100 Jahre Revolution. Aber da sind sie in guter Gesellschaft hierzulande.
In der 200. Sendung der Redaktion 17grad hören Sie Sebastian Haffner, Attwenger, Philipp Scheidemann, Die Goldenen Zitronen, Dradiwaberl, Polkahontas und Kool & The Gang.


199 rechtes Opferdenken

die sortierte GesellschaftWährend sich die historische Rechte durch einen stolzen, chauvinistischen und häufig auch expansiv-aggressiven Nationalismus definierte, ist die neue Rechte vor allem durch Ängste in Bezug auf die eigene kulturelle Identität geprägt. Man sieht sich als Opfer von „Islamisierung“, „Amerikanisierung“, 68ern, „Bevölkerungsaustausch“ usw. Der Opferstatus ist zentral und macht dieses Milieu umso aggressiver.

Eine Sendung über den Differenzanspruch der neuen Rechten und ihre Erfolge.

 

Mit Musik von: alt-J, Jack White, Goat Girl, Sons of Kemet, Kuu, Warhaus, The Voidz und Ty Segall.

198 Asoziale und Berufsverbrecher in den KZ

Im Juli 2018 stellte Julia Hörath im Hamburger Institut für Sozialforschung ihr Buch „‚Asoziale‘ & ‚Berufsverbrecher‘ in den Konzentrationslagern 1933-1938“ vor.
Die von den Nationalsozialisten als „Asoziale“ diskriminierten Menschen – z.B. Obdachlose, Wanderarbeiter, Bettler – wurden als „Ballastexistenzen“ bezeichnet“ und in den KZ durch ein schwarzes Stoffdreieck gekennzeichnet. Mit einem grünen Dreieck wurden solche KZ-Häftlinge gekennzeichnet, die durch ihr Verhalten „bewiesen“ hätten, dass sie einen inneren Drang zu kriminellen Taten verspürten und nicht resozialisierbar seien.