295 Der Wendepunkt

diverse Schilder u.a. Thomas Mann

„Was war los in Deutschland? Hatten die »Eingeweihten«, die »Realisten« uns nicht immer wieder versichert, daß Kanzler Hitler nicht eigentlich »an der Macht sei«, sondern vielmehr von Schwerindustrie und Generalstab dirigiert werde? Sie irren sich oft, diese »Realisten«, was sie aber nicht hindert, ihre Ansichten mit imposanter Bestimmtheit vorzutragen. »Immer mit der Ruhe!« rieten sie uns und fügten wohl hinzu, es werde nicht so heiß gegessen, wie gekocht. Schicklgruber sei nicht ernst zu nehmen, ein Strohmann, eine Puppe. Ernst zu nehmen seien vielmehr die I. G. Farben, das Haus Krupp, das Haus Thyssen, Geheimrat Hugenberg, Männer und Institutionen, die für Ruhe und Ordnung sorgen würden. Antisemitische Exzesse (besonders, wenn sie auch reiche Juden betrafen), SA-Terror, Brechung der Zinsknechtschaft, Massenhysterie, all dies war gar nicht im Sinn der Industriellen; auch von Papen mochte es im Grund nicht, und so würde es unterbleiben. Schließlich gab es ja auch immer noch den »alten Herrn«! Wenn den »Realisten« sonst gar nichts mehr einfiel, beriefen sie sich auf Hindenburg. »Eine Diktatur? Ausgeschlossen! Der alte Herr würde Hitler nie berufen haben, wenn er nicht gewisse Garantien hätte…«

Musik: UCHE YARA, Viagra Boys, Warhaus, Big Brave, Apparat, Buke & Gase

294 Exkurs über Moral und Linke

Richard Schuberth lieferte schon einmal, vor genau einem Jahr, das Script zu der damaligen Sendung mit dem Titel „And the winner is: Hamas“. 

Buchcover: Richard Schuberth

In dieser Sendung spricht er seinen Beitrag selbst. Entnommen ist dieser seinem neuen Buch „Vom Antisemitismus, der keiner sein will“ aus der Edition Tiamat. 

Musikalische Unterstützung erhält er von: Everything is Recorded, mary in the junkyard, Slayyyter, Westside Cowboy, John Glacier, Phoebe Bridgers, deer park und Florence + the Machine.

293 TrippleA: Artists against Antisemitism

Ein Gespräch mit der lokalen AAA-Insel Augsburg unter musikalischer Begleitung von Egotronic, Björn Peng & Strizi Streuner, DVMP, Dziuks Küche, Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen und Elvis de Sade.

Buchtipps: https://satyr-verlag.de/wp-content/uploads/2024/08/Infotext_Antisemitisten-1.pdf und https://www.verbrecherverlag.de/shop/juedische-identitaeten-und-antisemitismus-im-punk. Die Website zum Aufruf: https://artistsagainstantisemitism.org/

Das Programm in Augsburg über Instagram: https://www.instagram.com/artistsagainstantisemitism_aux/

292 Die UN und Israel

Teil 3: mit dieser Sendung beschließen wir unsere dreiteilige Reihe über das Verhältnis der Vereinten Nationen und deren Gliederungen zum Staat Israel. An dieser Stelle setzen wir also die Geschichte dieser globalpolitischen Absonderlichkeiten fort.

UN Bild von Davi Mendes, Unsplash

Weniger absonderlich sind die musikalischen Darbietungen von: girl in red, Gilla Band, underscores & gabby start, Aifric, Sophia Kennedy, Primus und Suede.

290 Die UN und Israel

Teil 1:
Scheinbar die ganze Welt und insbesondere ein Großteil des sich irgendwie „links“ wähnenden Bereichs dieses Gesamtzusammenhangs hat sich entschieden, und zwar derart, dass:

United Nations

1.     Israel Schuld ist
2.     Die Juden überall diesen Schuldigen unterstützen
3.     Sie daher überall legitime Ziele in jedweder Form sind
4.     Die Welt eine bessere wäre, würde sich dieser Staat in sein Schicksal ergeben, das da Auslöschung bedeuten würde

Und wenn wir sehr generalisierend von „der Welt“ sprechen, dann wird dies anhand der Weltorganisation, der UNO, nur allzu deutlich. Mit deren Verhältnis zum jüdischen Staat wollen wir uns in dieser und den beiden nächsten Sendungen beschäftigen. 

Unterstützung erhalten wir von: Kel Assouf, G.Rag Y Los Hermanos Patchekos, Fatoumata Diawara, Altin Gün, Oum Shatt, Kara Delik und Angine de Poitrine

289 Das Ehrlichkeitsdiktat

In dieser aus unserer Sicht durchaus als irre zu bezeichnenden Ära gibt es eine in jeglichen Kontexten wiederkehrende Forderung: die nach „Ehrlichkeit“. 

Menschen im allgemeinen, Politiker, Sportlerinnen, der Chef, Musikerinnen: Sie alle sollen ehrlich sein, somit also der Wahrheit die Ehre geben und im Übrigen authentisch, also unverstellt, agieren.

Gerade in den kürzlich durchgeführten Kampagnen im Rahmen der Kommunal- und Landtagswahlen wurde einmal mehr deutlich, dass die vermeintliche Ehrlichkeit von Kandidatinnen und Kandidaten für politische Ämter jede inhaltliche Aussage in ihrer Wirkung übertrifft. 

Musikalisch uneindeutig agieren: Anna von Hausswolff, Shake Stew, Andy Scott, Ellen Allien & Apparat, The Blacksmoke Organisation und Belleruche.

288 Malmö ist überall!

Foto von Felix Koutchinski (Unsplash)

Während derzeit die Vorbereitungen für das Trash-Event „European Song Contest“ in Wien laufen und die hiesige Entscheidung gefallen ist, wer Deutschland in diesem – nennen wir es ruhig – Wettbewerb vertreten wird, hat sich dieses Ereignis in den letzten Jahren enorm gemausert. 
Von einer Bühne teilweise absonderlicher Tanz- und Gesangsvorführungen wurde es in den letzten drei Jahren zudem zu einem Forum für aktivistischen Furor gegen den Juden unter den Staaten, gegen Israel. 
Die Niederlande, Spanien, Irland, Slowenien und Island boykottieren in diesem Jahr den ESC – weil Israel teilnimmt. 
Nach dem durch Zuschauer-Voting überraschend guten Abschneiden der israelischen Sängerin Yuval Raphael in 2025 wurde von einer ganzen Reihe von Organisationen und Künstlern der Ausschluss Israels vom ESC gefordert. 
Yuval Raphael ist übrigens eine Überlebende des Hamas-Massakers auf dem Nova-Festival vom 7. Oktober 23.
Bereits ein gutes halbes Jahr nach dem Massaker, beim ESC 2024 in Malmö, brach sich der antisemitische Furor Bahn. 
Der Sozialwissenschaftler Jakob Baier beschäftigt sich in dem Buch „Judenhass im Kunstbetrieb“ aus dem Neofelis Verlag unter der Überschrift „Malmö ist überall“ mit dem Thema. Auf diesem Text basiert die heutige Sendung.

Musikalische Performances: Billy F Gibbons, Black Eyed Snakes, Eagles Of Death Metal, All Them Witches, Boz Boorer, C.C. Adcock.

287 IHRA vs JDA – immer noch eine aufgeladene Debatte

Nachdem wir uns im ersten Teil unserer Sendung mit den beiden Ansätzen der IHRA und der JDA zur Definition von Antisemitismus beschäftigt haben, wollen wir uns in diesem zweiten Teil der historischen Entwicklung des Antisemitismus widmen. 

Quelle: Nemesia Produktion, Unsplash.com

Um die beiden recht unterschiedlichen Definitionsansätze bewerten und die teils scharfen politischen Auseinandersetzungen verstehen zu können, sollte man ja den Gegenstand der Definitionen einigermaßen durchdrungen haben. 

Dabei wollen wir mit unseren Sendungen Hilfestellung leisten. Auch diese Sendung basiert dabei auf dem diesbezüglichen Text des Historikers Sebastian Voigt.

Ebenfalls Hilfestellungen leisten: Brooke Combe, Saeko Killy, Samara Cyn, Lola Young, Gracie Abrams, KATSEYE und Moloko.

286 IHRA vs JDA – Eine aufgeladene Debatte

Die Frage, was denn Antisemitismus sei und wie man diesen erkennen könne, wird mit recht unterschiedlichen Beweggründen gestellt. Es mag wenige geben, die sie aus echtem Interesse formulieren. 

Boxhandschuhe

In der Regel jedoch fungiert diese Frage als rhetorische – um sich selbst und sein Milieu von dem angeblich so vagen Verdacht des Antisemitismus befreien zu können. 
Denn in vielen dieser Milieus ist das Stigma, man betreibe antisemitische Hetze immer noch mit der Befürchtung verbunden, berufliche oder lebensweltliche Nachteile zu erleiden. 
Gleichzeitig wollen sich diese Milieus unablässig Gehör verschaffen, zumindest, wenn es um den Staat der Juden, also um den Juden unter den Staaten geht.
Seit langer Zeit tobt in diesem Zusammenhang der Streit um eine adäquate Definition antisemitischer Handlungen und der sie vorbereitenden Propaganda. 
Derzeit wird in der Hauptsache um die Definition der International Holocaust Remembrance Alliance, kurz IHRA, und die Definition der sogenannten Jerusalemer Erklärung gegen Antisemitismus, kurz JDA, gestritten.
Die Hintergründe dieser Auseinandersetzung wollen wir in dieser und der folgenden Sendung beleuchten. 
Nicht zuletzt die Abkehr von der IHRA-Definition durch den neuen sozialdemokratischen Superhelden Mamdani in New York oder auch der Beschluss der Generalversammlung der europäischen Partei Volt, sich nunmehr der JDA-Definition anzuschließen, macht die Aktualität dieser Auseinandersetzung deutlich.
Der Historiker Sebastian Voigt hat sich in einem Beitrag, auf dem die Sendungen beruhen, mit den beiden Definitionen beschäftigt.

In die Debatte mischen sich zudem ein: DJ Koze, Faithless, Milk & Sugar & Nomfusi, Quantic, Sofia Kourtesis, Crookers.