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288 Malmö ist überall!

Foto von Felix Koutchinski (Unsplash)

Während derzeit die Vorbereitungen für das Trash-Event „European Song Contest“ in Wien laufen und die hiesige Entscheidung gefallen ist, wer Deutschland in diesem – nennen wir es ruhig Wettbewerb – vertreten wird, hat sich dieses Ereignis in den letzten Jahren enorm gemausert. 
Von einer Bühne teilweise absonderlicher Tanz- und Gesangsvorführungen wurde es in den letzten drei Jahren zudem zu einem Forum für aktivistischen Furor gegen den Juden unter den Staaten, gegen Israel. 
Die Niederlande, Spanien, Irland, Slowenien und Island boykottieren in diesem Jahr den ESC – weil Israel teilnimmt. 
Nach dem durch Zuschauer-Voting überraschend guten Abschneiden der israelischen Sängerin Yuval Raphael in 2025 wurde von einer ganzen Reihe von Organisationen und Künstlern der Ausschluss Israels vom ESC gefordert. 
Yuval Raphael ist übrigens eine Überlebende des Hamas-Massakers auf dem Nova-Festival vom 7. Oktober 23.
Bereits ein gutes halbes Jahr nach dem Massaker, beim ESC 2024 in Malmö, brach sich der antisemitische Furor Bahn. 
Der Sozialwissenschaftler Jakob Baier beschäftigt sich in dem Buch „Judenhass im Kunstbetrieb“ aus dem Neofelis Verlag unter der Überschrift „Malmö ist überall“ mit dem Thema. Auf diesem Text basiert die heutige Sendung.

Musikalische Performances: Billy F Gibbons, Black Eyed Snakes, Eagles Of Death Metal, All Them Witches, Boz Boorer, C.C. Adcock.

128 Ramones

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wieder einmal begrüßen wir Sie zu einer Stunde 17grad – Radio zur Wiedererlangung der Deutungshoheit.

Aus vielen Umfragen und Erhebungen wissen wir, liebe Rezipienten, dass Sie so ungefähr in unserem Alter sind und auf ähnliche lebensweltliche Erfahrungen zurückgreifen wie die meisten unserer Redaktionsmitglieder. Um es auf den Punkt zu bringen: Sie waren, als an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika der Punk erfunden wurde, in einem Alter, in dem Sie kulturelle Unangepasstheit für aufregend hielten, in dem Sie sich – fortwährend oder sporadisch – Gedanken über gesellschaftliche Unterdrückungsverhältnisse machten. Sie interessierten sich für Anarchismus, Alkoholkonsum und waren sich recht sicher, dass das alles so nicht ewig weitergehen würde. Was auch immer. Aus diesen Umfragen, aber auch durch unsere Facebook-Aktivitäten wissen wir eine Menge über Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Und deswegen, quasi aus Quotengründen, möchten wir Sie heute an die Hand nehmen und mit Ihnen dreieinhalb Dekaden zurückgehen. Ins New York der Mitsiebziger Jahre des letzten Jahrtausends.