Archiv der Kategorie: Radionovela

154 Dschihad

deutsche PickelhaubeFür das Jahr 2014 – Sie wissen das – befürchteten wir anlässlich des 100. Jahrestages des Beginns des 1. Weltkriegs das Schlimmste: Umtriebige Autoren, Experten, Analysten und Dokumentarfilmer, die uns in einer kollektiven Knoppisierung der deutschen Kriegsgeschichte das Hirn zerbröseln wollten. Nun stellen wir gänzlich uneitel fest: wir haben Recht behalten. Und doch ist ein interessanter Aspekt der großen Weltenschlacht, wie AfD und die anderen Verteidiger des Abendlandes den WK I nennen würden, bisher gänzlich außer Acht gelassen worden. Das Deutsche Kaiserreich rief gemeinsam mit der Türkei mehrere hundert Millionen Muslime zum „Heiligen Krieg“ gegen Engländer und Franzosen auf

153 Sprache revisited

„Wer nicht selbst deutsch gelernt hat, kann sich keine Vorstellung davon machen, was das für eine verzwickte Sprache ist. Es gibt gewiß keine andere Sprache auf der Welt, die so systemlos ist, so schlüpfrig und aalglatt, um sie zu fassen. Man treibt darin umher wie in einem brandenden Meer, bald hierhin, bald dorthin, in der elendesten Hilflosigkeit.“
Die Redaktion 17grad freut sich zusammen mit Ihnen auf die langerwartete und mit der Welturaufführung der zweiten Folge der dritten Staffel unseres Blockbusters „Überall – DIE Radionovela“ aufgepimpte Wiederholung unseres allzeit aktuellen kritischen Beitrags zum Thema „Sprache“.

sprache

152 Prostitution ist …

Prostitution„Prostitution ist nur ein besonderer Ausdruck der allgemeinen Prostitution des Arbeiters“. Dieses Zitat von Marx könnte suggerieren, dass Prostitution für unsere Hörerinnen und Hörer eine recht klare Sache ist. Stattdessen hat sie sich als wahre Herausforderung erwiesen – und die Positionen Linker erstrecken sich von der Befürwortung von Repression und Abschaffung auf der einen Seite zur Entkriminalisierung und gewerkschaftlichen Organisierung auf der anderen Seite.

Das Quellmaterial finden Sie unter „Puritanische Philantropie und Prostitutionsfeindschaft“ und „Marxismus versus Moralismus

151 Überall: Season 2

Endlich ist es soweit: Im Oktober startet die heiß ersehnte 3. Staffel von „Überall – DIE Radionovela“. Noch packender! Noch mitreißender! Noch dramatischer! Und damit Sie da nicht völlig unvorbereitet reinschlittern, geben wir nun für Sie auch noch mal die 2. Staffel zu Gehör.

ueberall_ortsschild

Komplett … oder sagen wir mal so: da unsere monatlichen Sendungen jeweils 1 Stunde dauern, die 2. Staffel aber 68 Minuten lang ist, mussten wir einen kleinen Kunstgriff anwenden und die letzte Folge der heute ausgestrahlten Staffel 2 weglassen. Die Episode II_7, „Kellerkinder“, senden wir dann nächsten Monat unmittelbar vor der oben erwähnten heiß ersehnten ersten Episode der brandneuen 3. Staffel.

150 Überall: Season 1

In 8 Wochen: die 3. Staffel, 24 Stunden nach US-Start geht es weiter mit Kampf, Liebe und Loyalität. Mit Verrat, Verbrechen und Verzweiflung. Aber zunächst: die komplette erste Staffel am Stück. Ohne Unterbrechung. Ohne Pause. Ohne Werbung.

ZapataSchon immer hat es Menschen gegeben, die für Ihre Überzeugung gekämpft und dafür das persönliche Wohlbefinden hintan gestellt haben. Männer und Frauen wie wir, deren Glück im Kampf für eine bessere Welt auf der Strecke zu bleiben droht. Dies ist ihre Geschichte und so oder so ähnlich trägt sie sich zu. Täglich, überall.

132 Transhumanismus

CyborgWillkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, zu einer neuen Folge 17grad – Radio zur Weiterentwicklung anthropologischer Diskurse.

Vor rund drei Jahren wurde auf dem einstigen Schmuddelsender RTL II die amerikanische TV-Serie „Bionic Woman“ erstmals in Deutschland ausgestrahlt, die wiederum drei Jahre vorher in den USA auf NBC ihre Serienpremiere gefeiert hatte. Die nach acht Teilen bereits wieder eingestellte Reihe war das Remake der Mitte der Siebziger produzierten Serie „Die Sieben-Millionen-Dollar-Frau“ und handelt von einer bei einem Unfall schwer verletzten jungen Frau, die, um ihr Leben zu retten, in einem geheimen Labor mit so genannten bionischen Prothesen und Ersatzorganen ausgestattet wird. Nanotechnische Anthrocyten beschleunigen ihren Heilungsprozess, sie wird zu einer äußerst leistungsfähigen Agentin.
Der Topos des durch technische Innovationen optimierten menschlichen Körpers ist in Film und Literatur ein durchaus gängiges Szenario, ob nun im Star Trek-Universum – man denke an Jordis Visor in den Next Generation Folgen, die Borg im Voyager-Kosmos – oder beim jüngsten Jason Bourne-Nachfolger „Das Bourne-Vermächtnis“, in dem Jeremy Renner einen gentechnisch gepimpten Agenten spielt. Gar nicht zu reden von den mannigfaltigen Comicsuperhelden wie Iron Man oder den Fantastischen Vier.
Auch wenn nicht alle kreativen Ideen aus populärer Science- und Social-Fiction den Weg in die hiesige irdische Gesellschaft finden, können wir doch feststellen, dass es mittlerweile eine Fülle von technischen Innovationen gibt, die vor einigen Jahrzehnten noch völlig undenkbar erschienen.
Unter dem zusammenfassenden Begriff Transhumanismus berührt dabei die Debatte über technologisch unterstützte biologische Optimierungen des Menschen zahlreiche Diskurse der Medizin, der Philosophie, der Politik, der Kommunikationswissenschaften, der Genetik aber auch der Ethik und der Evolutionstheorie, um nur einige wenige zu nennen.

130 Wünsch Dir Was

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, oder für diese Sendung besser: liebe Zielgruppe,
Sie werden sich erinnern, in der letzten Sendung hatten wir Sie aufgefordert, eigene Themenvorschläge für die heutige Sendung einzureichen, denn die Chefredaktion hatte beschlossen, dass wir die Interaktion mit Ihnen intensivieren müssen.
Dem Aufruf sind viele von Ihnen gefolgt und haben uns auf allen Rückkanälen mit einer Fülle von Anregungen versorgt, die wir heute aufgreifen. Wir danken allen, die uns über Facebook, Twitter, per Mail und einige gar per Postkarte mit ihren Wünschen versorgt haben. Dies ist Ihre Sendung.
All jene, die heute noch nicht zum Zug gekommen sind, versprechen wir, die Aktion „Wünsch Dir ein Thema, 17grad setzt es adäquat um“ gelegentlich zu wiederholen.

128 Ramones

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wieder einmal begrüßen wir Sie zu einer Stunde 17grad – Radio zur Wiedererlangung der Deutungshoheit.

Aus vielen Umfragen und Erhebungen wissen wir, liebe Rezipienten, dass Sie so ungefähr in unserem Alter sind und auf ähnliche lebensweltliche Erfahrungen zurückgreifen wie die meisten unserer Redaktionsmitglieder. Um es auf den Punkt zu bringen: Sie waren, als an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika der Punk erfunden wurde, in einem Alter, in dem Sie kulturelle Unangepasstheit für aufregend hielten, in dem Sie sich – fortwährend oder sporadisch – Gedanken über gesellschaftliche Unterdrückungsverhältnisse machten. Sie interessierten sich für Anarchismus, Alkoholkonsum und waren sich recht sicher, dass das alles so nicht ewig weitergehen würde. Was auch immer. Aus diesen Umfragen, aber auch durch unsere Facebook-Aktivitäten wissen wir eine Menge über Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Und deswegen, quasi aus Quotengründen, möchten wir Sie heute an die Hand nehmen und mit Ihnen dreieinhalb Dekaden zurückgehen. Ins New York der Mitsiebziger Jahre des letzten Jahrtausends.

127 Bier

Du bis die eine, welche Malz wässert hingebreitet auf dem Grunde
Die edlen Hunde halten Könige selbst fern
Du bist die eine, welche tränket das Malz
Es steigen die Wogen und fallen

Du bist die eine, welche Maische bringet auf schilferne Matten,
Kühle steigt auf und obsiegt
Du bist die eine, welche beidhändig Kessel füllt mit süßer Bierwürze
Mit Honig braust du und mit Wein

Den Filterbottich, gar erquicklich klingend
Richtest du in angemessener Weise auf
Und wenn du ausschenkst das gefilterte Bier
ist es, als ob Tigris und Euphrat anbranden

Herzlich Willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, zur heutigen Sendung der Redaktion 17grad.

Soeben hörten Sie einen Auszug der sumerischen Hymne an Nikasi. In diesem mehrere tausend Jahre alten Werk wird in lyrischer Form der Vorgang des Bierbrauens beschrieben. Beim Bierbrauen werden die Zutaten Wasser, Malz und Hopfen miteinander vermischt und teilweise durch Hefe biochemisch verändert.

Der eigentliche Brauprozess beginnt mit dem Maischen. Dabei wird Wasser auf etwa 60°C erwärmt und das geschrotete Malz hinzugefügt. Die so entstandene Maische wird unter ständigem Rühren je nach Verfahren bis auf etwa 75°C erhitzt. Enzyme setzen die Stärke aus dem Malz in Malzzucker um.

Sobald die gelöste Stärke vollständig verzuckert ist, wird die Maische im Läuterbottich geläutert. Die Würze, also der flüssige, vergärbare Teil der Maische, und der Malztreber werden voneinander getrennt, anschließend die Würze in der Kochpfanne mit Hopfen gekocht.

Dem so entstandenen Sud wird die klare Anstellwürze entzogen und in einem Kühler auf die optimale Gärtemperatur abgekühlt, sodann je nach Biersorte die passende Hefekultur zugesetzt.
Obergärige Hefesorten vergären bei Temperaturen zwischen 18°C und 24°C, untergärige bei 8°C bis 14°C. Bei der alkoholischen Gärung setzt die Hefe den in der Würze gelösten Zucker zu Ethanol und Kohlendioxid um.

Nach der Hauptgärung, die etwa eine Woche dauert, muss das Jungbier noch etwa vier bis sechs Wochen nachgären und lagern, wird danach in der Regel nochmals gefiltert und schließlich in Flaschen, Fässer oder Dosen abgefüllt.