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173 Jüdische Braugeschichte

Posted by on Sonntag, 17 Juli, 2016

„Bier ist der Wein dieses Landes. Jüdische Braugeschichten“ ist eine Ausstellung des Jüdischen Museums in München zur Geschichte und Gegenwart des Bieres in der jüdischen Tradition und Kultur. Aus diesem Anlass hören Sie heute Beiträge zu Bier in der jüdischen Religion, zum Zusammenhang zwischen Brauerstern und Davidstern, zu Hermann Schüleins Umgang mit der NS-Raubpolitik und zur israelischen Craft-Bier-Szene. Die Musik kommt von The Burning Hell – und damit ist nicht die Biersorte gemeint. Prost! und Le Chaim!

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127 Bier

Posted by on Sonntag, 12 August, 2012

Du bis die eine, welche Malz wässert hingebreitet auf dem Grunde
Die edlen Hunde halten Könige selbst fern
Du bist die eine, welche tränket das Malz
Es steigen die Wogen und fallen

Du bist die eine, welche Maische bringet auf schilferne Matten,
Kühle steigt auf und obsiegt
Du bist die eine, welche beidhändig Kessel füllt mit süßer Bierwürze
Mit Honig braust du und mit Wein

Den Filterbottich, gar erquicklich klingend
Richtest du in angemessener Weise auf
Und wenn du ausschenkst das gefilterte Bier
ist es, als ob Tigris und Euphrat anbranden

Herzlich Willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, zur heutigen Sendung der Redaktion 17grad.

Soeben hörten Sie einen Auszug der sumerischen Hymne an Nikasi. In diesem mehrere tausend Jahre alten Werk wird in lyrischer Form der Vorgang des Bierbrauens beschrieben. Beim Bierbrauen werden die Zutaten Wasser, Malz und Hopfen miteinander vermischt und teilweise durch Hefe biochemisch verändert.

Der eigentliche Brauprozess beginnt mit dem Maischen. Dabei wird Wasser auf etwa 60°C erwärmt und das geschrotete Malz hinzugefügt. Die so entstandene Maische wird unter ständigem Rühren je nach Verfahren bis auf etwa 75°C erhitzt. Enzyme setzen die Stärke aus dem Malz in Malzzucker um.

Sobald die gelöste Stärke vollständig verzuckert ist, wird die Maische im Läuterbottich geläutert. Die Würze, also der flüssige, vergärbare Teil der Maische, und der Malztreber werden voneinander getrennt, anschließend die Würze in der Kochpfanne mit Hopfen gekocht.

Dem so entstandenen Sud wird die klare Anstellwürze entzogen und in einem Kühler auf die optimale Gärtemperatur abgekühlt, sodann je nach Biersorte die passende Hefekultur zugesetzt.
Obergärige Hefesorten vergären bei Temperaturen zwischen 18°C und 24°C, untergärige bei 8°C bis 14°C. Bei der alkoholischen Gärung setzt die Hefe den in der Würze gelösten Zucker zu Ethanol und Kohlendioxid um.

Nach der Hauptgärung, die etwa eine Woche dauert, muss das Jungbier noch etwa vier bis sechs Wochen nachgären und lagern, wird danach in der Regel nochmals gefiltert und schließlich in Flaschen, Fässer oder Dosen abgefüllt.

 

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